Unser Plädoyer für den Schraubverschluss, von Profi zu Profi

Wir werden immer wieder gefragt, warum wir unsere Topweine NICHT mit Kork verschließen.

Here is the answer:

Weil wir voll und ganz davon überzeugt sind, dass es bei richtiger Handhabe und Verständnis der Korkproblematik keinen besseren Verschluss als den Schrauber gibt. Wir arbeiten in allen qualitativen Belangen möglichst kompromisslos, auch in der Verschlussfrage.

Der Schrauber hat für uns folgende qualitative Vorteile:

  1. verbesserte aromatische Stabilität, langsamere oxidative Alterung
  2. Wir wollen unsere Weine möglichst naturbelassen und puristisch abfüllen. Durch den Einsatz von Schraubverschluss ist ein deutlich geringerer Einsatz von SO2 im Wein notwendig.
  3. Wir bemühen uns, durch Reduktion die Weine ohne SO2 lagerfähiger zu halten. Der Naturkork begünstigt oxidative Alterung, Schraubverschluss begünstigt Reduktivität.
  4. Es ist entscheidend, ob bei der Füllung der Kopfraum der Flasche mit Inertgas überlagert wird oder nicht. Wenn nicht überlagert wird, ist der Einfluss des Sauerstoffs mit dem der Abfüllung mit Naturkork vergleichbar.
  5. Ein Großteil der oxidativen Alterung des Weines passiert im ersten halben Jahr nach der Füllung durch den im Kopfraum bzw. im Kork befindlichen Sauerstoff (ca. 4 mg/l O2).Die weitere Oxidation durch Diffundieren des Sauerstoffs zwischen Kork und Flaschenhals ist nicht kalkulierbar und variiert von Kork zu Kork teilweise um ein Vielfaches (0,5 mg – 23 mg(!!) O2/Jahr beim Kork; 0,0 mg – 1,5 mg beim Schrauber). Die besten Korken sind ähnlich dicht wie Schraubverschlüsse. Allerdings kann die Dichtheit kein Korkproduzent garantieren. Die Folge sind enorme Flaschenvarianzen bei gleichen Chargen.Beim Schraubverschluss ist die oxidative Alterung kalkulierbar, beim Naturkork nicht.
  6. Sehr reduktiv ausgebaute Weine vertragen mehr Sauerstoff als oxidativ ausgebaute Weine (Inertgasüberlagerung ja/nein?)
  7. keine korkenden Weine
     

Im Sinne der Qualität lassen wir uns in diesem Fall nicht von Emotionen leiten, sondern vertrauen auf Fakten und Erfahrungswerte.

Wie sehen Sie das Thema? Schreiben Sie uns.

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